Harbour Bridge and Opera

Sydney

Meine Reise nach Sydney habe ich meinem damaligen Boss, Ben, zu verdanken. Wir waren ja bereits in Brisbane zusammen unterwegs und in Sydney haben wir in der Nachtschicht Gehwege gereinigt und anschließend versiegelt. Das hat aber nichts mit der Straßenreinigung zu tun. Die Firma für die ich gearbeitet habe war darauf spezialisiert Graffitis zu entfernen und Oberflächen zu versiegeln. Teilweise wurden auch Graffitis versiegelt, damit niemand mehr einfach darüber malen kann.

Naja, jedenfalls kam ich die erste Zeit bei meinem Boss im Appartment unter, wo ich auch mehrere Wochen verbrachte. Während eines Wochenendes an dem ich alleine in Sydney war bin ich nach Newtown genagen, dem alternativen Bezirk Sydneys und habe dort zufällig ein paar Leute kennengelernt und einen netten Abend Abend bei guter Live Musik verbracht. Wir tranken, unterhielten uns und tauschten Telefonnummern aus. Ein paar Wochen später musste ich aus dem Appartment raus, weil Verwandte von Ben nach Sydney kamen und sie den Platz brauchten. Da ich sonst nicht wirklich wusste wo ich hin sollte und ein Hostel uninteressant war habe ich meine Bekannten vom Konzert gefragt ob ich bei ihnen bleiben könnte über das Osterwochenende. Zum Glück hat das geklappt und ich habe die Zeit auf deren Couch verbracht. Was ich sehr witzig fand war, dass der Fernseher die ganze Zeit laufen musste, weil wenn er mal aus war, dann ging er nicht mehr an.

Eigentlich wohnen dort drei Menschen, aber es waren gefühlte zehn, weil immer irgendwer Besuch hatte. Nach dem Osterwochenende verließ ich die Truppe dann wieder und wir haben in ein paar anderen Städten gearbeitet, aber ich wusste schon, dass wir wieder nach Sydney zurückkehren würden und deswegen begab ich mich auf Wohnungssuche.

Ich fand ein kleines Zimmer in Enmore, wie ich später erfuhr war das ein sog. Boarding House. Dort teilen sich mehrere Leute ein Haus, aber jeder hat seinen eigenen Mietvertrag. In den ersten Wochen hatte ich noch den Eindruck, dass dort alle sehr distanziert sind, aber das legte sich mit der Zeit und es wurde mehr oder weniger eine große WG. Später erfuhr ich, dass mein Zimmer früher mal die Besenkammer war und der Vermieter einfach ein Bett und einen Nachttisch rein gestellt hatte um es zu vermieten. Überhaupt war der Vermieter eine zwielichtige Gestalt und niemand im Haus traute ihm so recht über den Weg. Die Nächte verbrachte meistens mit arbeiten und meine Wochenenden damit mich mit meinen Mitbewohnern auf der Terasse zu unterhalten, zusammen zu trinken und auf Fototour zu gehen. Und dabei sind u.a. die Bilder in der Galerie entstanden: